Rolf Hüffer: Warum fasziniert dich Handwerk?

Shownotes

Rolf Hüffer, Produzent und Stimme des erfolgreichen Dokuformats „Handwerkskunst“ beim SWR, spricht im LWL-Museum Glashütte Gernheim darüber, wie aus Arbeit Geschichten entstehen – und warum es so faszinierend ist, Menschen wie im Schaubetrieb des Museums bei ihrem Handwerk zuzusehen.

Im Gespräch mit Nadine erklärt Rolf, wie Handwerk filmisch dokumentiert wird und worauf es ankommt, ein breites Publikum zu erreichen. Er gibt Einblicke in die Entstehung des Formats, spricht über „Werkstolz“ und die wachsende Begeisterung für Handwerk. Dabei geht es auch um die vielen kleinen und großen Geschichten, die bei den Dreharbeiten entstehen – Begegnungen, Lebenswege und unerwartete Wendungen. Wie Themen und Protagonist:innen ausgewählt werden und warum am Ende eines Films immer etwas Greifbares entstehen muss, erfahrt ihr in dieser Folge.

Zu Wort kommt außerdem: Katrin Holthaus, Museumsleiterin LWL- Museum Glashütte Gernheim

Museen: LWL-Museum Glashütte Gernheim, LWL-Museen für Industriekultur, LVR-Industriemuseum

Die Folge wurde im Januar 2026 aufgezeichnet.

Sounddesign: Studierende der FH Dortmund

weiterführende Links:

YouTube-Kanal SWR Handwerkskunst

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich möchte, dass jeder Laie wenn er das ansieht versteht wie etwas hergestellt wird.

00:00:10: Wir machen es ganz langsam.

00:00:12: wir erklären mit einfachen Worten Wie etwas her gestellt wird?

00:00:15: Wir lenken die Zuschauerinnen und Zuschauern nicht ab durch Musik im Hintergrund sondern lassen nur den Sound der Arbeit laufen.

00:00:23: Die Einsicht dass das alte Handwerk Eigentlich nicht nur die Basis des, was wir heute und auch in Zukunft sehen werden.

00:00:31: Sondern dass auch dieses alte Handwerk in Zukunft bestehen kann das finde ich selbst faszinierend.

00:00:51: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Fabrik Funk dem Podcast der Industriemuseum von LWL und LVR.

00:00:58: In dieser Folge geht es um die Frage wie Handwerk heute dokumentiert und vermittelt werden kann zwischen Fernsehen Museum und gelebter Praxis.

00:01:06: Wir sind dafür im LWL-Museum Glashütte Gernheim, wo Besucherinnen und Besucher das Glasnachen im Schaubetrieb live erleben können.

00:01:13: Wir haben gerade in der Produktion mitgemacht und konnten schon mal ein bisschen antesten wie es sich anfühlt am heißen Ofen ein Glas zu blasen!

00:01:21: Jetzt sitzen wir im Podcaststudie im Gebäude nebenan.

00:01:23: Mein Name ist Nadine Haddadt.

00:01:25: ich bin Journalistin um Moderatorin dieses Podcasts und ich freue mich sehr Rolf Hüffer heute hier zu Gast zu haben.

00:01:31: Rolf ist nicht nur der Sendeplatzleiter und Produzent von Handwerkskunst, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Formats.

00:01:38: Du hast die Sendung mit entwickelt – und bist die prägende Stimme hinter vielen Geschichten über Handwerk-und Kunstfertigkeit!

00:01:51: Hörer oder höheren Zuhören, die Handwerkskunst noch nicht kennen und wissen wollen um was es geht.

00:01:58: Wie würdest du in ein paar Worten euer Format beschreiben?

00:02:02: Vorher habe ich immer gesagt Die Sendung mit der Maus für Erwachsene und fünfmal so lang.

00:02:06: Also wir haben angefangen mit forty-fünf Minuten.

00:02:08: Inzwischen sind wir aus Sendeplatzgründen auf dreißig gegangen.

00:02:11: Aber im Prinzip geht es darum.

00:02:14: Ich möchte dass jeder Laie wenn er das ansieht versteht, wie etwas hergestellt wird.

00:02:22: Das findet man ja auch im Titel immer.

00:02:24: Die Sendung heißt nicht nur Handwerkskunst, sondern der Titel lautet immer korrekt Handwerkskunst – Wie Mann einen Tisch macht?

00:02:30: Ein Glas bläst oder ein Flipper restauriert.

00:02:33: Ja!

00:02:39: Für mich ist Handwerk Kunst.

00:02:41: Ich komme aus dem Kunstbereich und habe ein Kunstgeschichte studiert und ich habe eine klare Auffassung darüber.

00:02:48: Kunst kommt von Können.

00:02:50: Das könnte man im Handwerk sagen, weil in dem Handwerk kommt die Kunstfertigkeit vom Können.

00:02:55: aber sie kommen für mich wirklich stark vorm Wollen und ein guter Handwerker muss auch was wollen nicht nur etwas können.

00:03:01: er hat irgendwann mal an seiner Lehre oder seine Ausbildung oder Sie etwas gelernt sich einen Können angeeignet.

00:03:10: Aber dann kommt das eigentliche arbeiten Und das geht weit darüber hinaus.

00:03:14: Ich muss ja irgendetwas wollen, ich muss einen Gestaltungswillen haben, einen Schaffensdrang haben und das macht für mich die Kunst im Handwerk aus.

00:03:22: Ja spannend!

00:03:24: Was hat dich ursprünglich dazu motiviert zum Fernsehen zu gehen?

00:03:28: Und auch dieses Format mitzuentwickeln?

00:03:32: Ich wollte unbedingt Journalist werden.

00:03:34: Zum Fernsehen wollte ich gar nicht.

00:03:35: Das hätte ich mir nie träumen lassen.

00:03:38: Was mich davon weggebracht hat, war tatsächlich das Studium, was ich da noch mal dran gehängt habe in Mainz.

00:03:45: Eine der ersten universitären Journalisten-Ausbildungen in Deutschland und da haben wir halt alles kennengelernt.

00:03:52: Zeitung, Hörfunk, Fernsehen... Und was mich am meisten fasziniert hat, waren tatsächlich Hörfunken weil es so unmittelbar waren, so direkt und man konnte's auch!

00:04:00: zum großen Teil selber machen, was man beim Fernsehen eigentlich nicht kann.

00:04:04: Das habe mich am Anfang auch ein bisschen gestört.

00:04:05: Da sind zu viele Leute beteiligt und ich bin abhängig von anderen.

00:04:09: Heute könnte ich mir nichts anderes mehr vorstellen.

00:04:11: Ich genieße das sehr bei dem Fernsehen zu arbeiten weil man von lauter Fachleuten umgeben ist.

00:04:17: Und das ist auch der Grund warum wir die Handwerkskunst machen.

00:04:21: Man sieht gernzu wenn Fachleute am Werk sind.

00:04:25: Wenn Menschen etwas tun, was sie gut tun und was sie gut können.

00:04:31: Und das ist auch meine Arbeitsumgebung, aber um nochmal auf die Frage zurückzukommen, was hatte ich bewogen?

00:04:37: Die Handwerkskunst mit ins Leben zu rufen... Ich habe mal einen Film gesehen im Fernsehen auf einem Spatenkanal der hieß, die große Kunst ein kleines Haus zu bauen.

00:04:49: Da habe ich etwas gesehen, was ich schon vergessen hatte dass es das gibt.

00:04:54: Es liefen Bilder ganz lange Einstellungen in denen nichts weiter zu sehen war als das, worum es auch ging.

00:05:03: Es waren kein einziger Mensch zu sehen?

00:05:05: Es bewegte sich nichts!

00:05:07: Ich habe nur ein fertiges Haus gesehen – in tausend Einstellungen und einen Kommentator oder ein Autor der den Text darüber gesprochen hat, der wirklich wusste wovon er spricht und mir sehr gut erklären konnte warum dieses Haus so gebaut wurde wie es gebaut wurde.

00:05:27: gedacht, um Gottes will.

00:05:28: ich habe in der Abteilung Unterhaltung und filmische Formate gearbeitet.

00:05:34: Und ich hab gedacht wenn ich von einem solchen Format so gut unterhalten werde dann sollten wir vielleicht auch mal sowas probieren.

00:05:41: das ist auf jeden Fall ernsthafter als dass was häufig in der Unterhaltungsversucht wird wo man sich ehrlich gestehen manchmal die Leute für dumm verkauft werden.

00:05:51: Das wäre dieses Format niemals geworden.

00:05:55: Format konzipiert haben wir gedacht, okay.

00:05:58: Wir machen das ganz langsam!

00:06:00: Wir erklären mit einfachen Worten wie etwas hergestellt wird.

00:06:04: Wir lenken die Zuschauerinnen und Zuschauern nicht ab durch Musik im Hintergrund sondern lassen nur den Sound der Arbeit laufen also die Geräusche, die die Maschinen oder die das Handwerk macht.

00:06:15: da haben wir an ein Publikum gedacht was eher so dem Altersdurchschnitt der üblichen ich sage mal immer die dritten Programme entspricht.

00:06:24: Wir wissen dass wir dabei.

00:06:28: Heute wissen wir, dass wir ein Publikum erreichen das bei Sechzig aufhört.

00:06:33: Auf YouTube was aber bei achtzehn oder noch früher anfängt.

00:06:38: Ein ganz früher Kommentar unter einem Film war mal ey ich habe mir gerade ... wie ein Brot gemacht wird.

00:06:47: Und ich schreibe morgen drei Klausuren, was mache ich eigentlich?

00:06:51: Also da wusste ich es sind wir haben die Schüler.

00:06:53: Ja

00:06:53: voll!

00:06:55: Ich bin auch bei den... Teigwaren auf eurem Kanal hängen geblieben, weil ich einfach Teig sehr liebe.

00:07:00: Und da findet man einiges.

00:07:02: Sowohl Brot habe ich mir angeschaut als auch jetzt so Letztbaumkuchen?

00:07:05: Ich liebe Baumkuchen!

00:07:07: Es ist so verrückt aber diese Teigmasse... Ich hab sogar mal auf Stopp gedrückt, weil es so schön fand wie sie Teigmassen zu sehen waren und ich habe sogar noch einmal zurückgegeben.

00:07:16: Ich finde Teigmassen wenn die sich so bewegen.

00:07:19: das ist wie Meditation für mich.

00:07:21: Das ist was ganz Schönes Und ich bin eigentlich auch eher die, die relativ schnell sich ablenkt.

00:07:28: Schnell irgendwie dadurch TikTok oder Instagram scrollt und ich habe das zu Ende geguckt und hab mich dabei nicht mit dem Handy abgelenkt.

00:07:35: Ich weiß nicht ob diese Gegenwirkung ist, dass es so langsam ist und beruhigend ist, man gar nicht viel mehr braucht.

00:07:42: und oft wenn man schnelle Inhalte konsumiert, lenkt man sich zusätzlich noch mit mehr schnellen Inhalten ab, wenn du weißt was ich meine?

00:07:49: Das kann ich gut nachvollziehen.

00:07:51: also... Viele Leute schreiben, das ist für sie eine Art Zen-Meditation.

00:07:56: Manche nutzen es zum Einschlafen, hab ich schon oft gelesen und auch gehört.

00:08:01: Aber es freut mich natürlich ... Das ist auch ne gute Wirkung!

00:08:04: Diejenigen, die's zum Einsschlafen nutzen gucken es aber mehrmals nicht nur zum Einschlagen, weil sie den Schluss mitbekommen wollen.

00:08:12: Aber das habe ich ja eben kurz angesprochen.

00:08:15: Man sieht unheimlich gern Menschen bei etwas zu, was sie gut können.

00:08:20: Und das trifft sicher auch auf mit im Teig manchen, das ist einfach befriedigt solche Dinge anzusehen.

00:08:26: Das gilt genauso für unsere Dauerbrenner.

00:08:29: wenn wir was mit Holz machen dann fliegen die Späne und dann wird geschliffen.

00:08:33: und vor allen Dingen meine liebe Kollege die Dorothee Eisinger die meiner Redaktionsleiterin ist um die von Anfang an bin mit dabei war bei der Konzeption sagte immer Anwärtskunst ist wenn man am Anfang ein Haufen Holz hat und am Schluss es war schönes draus geworden.

00:08:46: also es entsteht etwas in jedem Film und dass ist wichtig

00:08:50: Voll.

00:08:50: Und man hat am Schluss auch was, also man schaut sich am Anfang das Anwusst noch nichts gibt und am Ende werden alle belohnt weil es etwas Schönes am Ende gibt und auch noch irgendwie diese Menschen dabei irgendwie zuzusehen die so sehr passioniert ihrer Leidenschaft und eben können nachgehen.

00:09:05: Also ist es irgendwie so ein Erfolg für alle.

00:09:07: Er hat mal einen Handwerker gesagt den ich angerufen habe ich wollte was mit dem machen und zwar einen Kunstschmied Und die hat eine tolle Werkstatt, viele junge Mitarbeiter und so.

00:09:17: Ich habe ihn angerufen aber leider nur den Anruf beantwortet.

00:09:20: Der hatte aber innerhalb von einer Minute zurückgerufen.

00:09:22: Und ich hab mich vorgestellt und hab gesagt, ja wir sind in Arme und von der Sendung Handwerkskunst vom SWR, vielleicht haben sie schon mal davon gehört... ...und dann habe ich nur einundzwanzig zweiundzwantzig dreiundzwandzig.

00:09:36: was für ne bescheuerte Frage!

00:09:38: Das kennt jeder in Deutschland.

00:09:42: Das Beste, was er daran fand war an der Nante das beim Namen Werkstolz.

00:09:48: Das klingt ein bisschen altertümlich und komisch aber der Stolz den die Menschen ausstrahlen, die ihr Handwerk uns nahe bringen mit dem fertigen Werkstück, was am Schluss auch nach Möglichkeit mindestens mal anderthalb bis zwei Minuten von allen Seiten angeguckt werden muss.

00:10:05: Das haben wir auch gelernt.

00:10:06: Das ist es unschlagbare daran!

00:10:09: Die Handwerkerinnen und Handwerkers sind auch stolz darauf, was sie können.

00:10:14: Und wir versuchen das natürlich auch indem wir ihnen diese Basis oder diesen Raum geben mit einzufangen.

00:10:21: Das ist ja auch eine Form von Wertschätzung.

00:10:23: Total!

00:10:30: Gemeinsam im Glashütenturm Glas geblasen, was auch ein ganz praktisches Handwerk ist.

00:10:36: Museen wie das LWL-Museum Glashüte Gernheim bewahren diese Praxis bei, dokumentieren es und vermittelns auf der Öffentlichkeit.

00:10:44: Das macht ihr auch in der Handwerkskunst.

00:10:46: Ihr macht Wissensvermittlung vom Handwerk von verschiedenen Handwerkesarten.

00:10:51: Und bevor wir da nochmal jetzt tiefer reingehen warum du findest dass es so wichtig ist Handwerkkunst zu vermittelen hat uns etwa dass die Museumsleiterin Katrin Holthaus noch zu sagen.

00:11:03: Mit der Aufnahme der manuellen Glasfertigung in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit ist die handwerkliche Praxis und das Wissen um das Glasmachen gewürdigt worden.

00:11:17: Sie bezieht sich auf die Trägerinnen- und Träge, heißt die Glasmacherinnen und Glasmauer, die aktuell in der Praxis das Handwerk lebendig erhalten weitergeben vor allem professionell betreiben.

00:11:31: Die Würdigung hat die Community als sehr große Auszeichnung durch die UNESCO empfunden, damit steigt sicherlich auch die Motivation dieses Handwerk in der Beruf zu betreiben.

00:11:42: Ein sehr, sehr positiver Effekt aus dieser Eintragung ist die Vernetzung, die dadurch intensiviert wurde und auch immer noch wird.

00:11:50: Was wiederum natürlich zu einer sehr viel besseren Tradierung der handwerklichen Techniken und des Könns führt.

00:11:56: Für unser Museum sind daraus tatsächlich neue Aufgaben erwachsen, dadurch dass wir selber eine Schaubproduktion unterhalten mit vier Glasmachenden.

00:12:05: Wir möchten die Community mit dieser Schauproduktion unterstützen, indem es Arbeitsmöglichkeiten gibt.

00:12:10: Wir bieten die sogenannten Kulturerbetage an in denen die Community eingeladen ist vor Ort zu arbeiten.

00:12:17: wir konzipieren Workshops für professionelle Glasmachende in den Techniken vertieft oder zusätzlich erlernt werden können.

00:12:25: Wir haben aber auch durchaus Aufgaben der Dokumentation dieser Techniken, die sich nur in der Praxis weitergeben lassen.

00:12:32: Zudem haben wir ein internationales Netzwerk aufbauen können, von dem die Community hoffentlich profitiert.

00:12:39: Was allerdings nicht verschwiegen werden darf ist, dass wir auch sehr stark von der Community leben, die wiederum uns als Ort würdigen

00:12:47: kann.".

00:12:47: Also das was Katrin Holthaus gerade meinte, ist ja – was du auch davor gesagt hast – Wertschätzung vom Handwerk!

00:12:56: Daraus ergeben sich nämlich zwei Fragen.

00:12:58: Erst mal, warum glaubst du es ist so wichtig das Handwerk zu wertschätzen und auch was ich daraus für euch als Format ergibt?

00:13:05: Es zu vermitteln und anderen zu zeigen, was gemacht wird.

00:13:10: Also wichtig ist es vor allem deshalb um es zu bewahren.

00:13:14: Ein Handwerk war zumindest mein Eindruck mehr Zeit lang ziemlich aus der Mode gekommen.

00:13:20: Er lebt gerade vielleicht auch ein bisschen wegen der Handwerkskunst eine Renaissance.

00:13:26: Das ist so ein Megatrend, so ein bisschen Back to the Roots.

00:13:30: Alle haben Abitur gemacht heutzutage es gibt ja kaum noch andere Schulformen.

00:13:34: alle haben studiert.

00:13:36: wenn sie sowas sehen und unzählige Kommentare berufen sich genau darauf Sie gucken sich eine Folge an.

00:13:43: sie sehen einmal einen Handwerk oder ein Handwerkerin bei ihrer Arbeit und denken Gott wie angenehm und wie befriedigend muss das sein etwas herzustellen.

00:13:53: am Ende des Tages kann man das vorweisen.

00:13:56: Ich sitze den ganzen Tag vor einem Laptop oder vor einem PC und weiß eigentlich gar nicht, was ich mache.

00:14:03: Und ich kann's auch meinen Kindern nicht erzählen weil ich es ihnen gar nicht erklären

00:14:07: kann.

00:14:08: Vielleicht checkt man selbst auch nicht, dass du mal einen ganzen Tag in irgendwelche Tabellen einträchtest?

00:14:12: Mit

00:14:12: Sicherheit ist das auf so.

00:14:14: ja da hast du recht!

00:14:16: Jetzt muss ich mal fragen, wie ging wieder eine Frage nochmal weiter...

00:14:18: Also warum du glaubst, dass es auch so wichtig ist, dass man dieses Wissen über Handwerk vermittelt?

00:14:24: Ja, weil ich sage dir schon es darf nicht verloren gehen.

00:14:28: Handwerk ist ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer ja auch unsere Produktivität im wirtschaftlichen Sinne.

00:14:37: Und wir sprechen heute wenn wir über Handwerk sprechen aber nicht nur wenn wir handwerksprechend natürlich auch über solche Dinge wie KI.

00:14:43: Wir werden auch oft gescholten Wenn wir in der Handwerkskunst dann eine CNC Fräse oder sowas haben.

00:14:51: Aber ich sage mal das der Arbeitsalltag von Handwerk im einundzwanzigsten Jahrhundert.

00:14:56: Und da muss ich ja trotzdem irgendeine Verbindung herstellen können zur jetzt Zeit und wenn ich sehe, dass heutzutage eine Handwerker mit modernen Maschinen arbeitet aber trotzdem mit dem Wissen das das Handwerk erfordert dann ist es ne gute Mischung und dann kann ich auch damit jüngere Leute nicht einfangen aber interessieren oder vielleicht sogar begeistern Mal diesen Weg zu gehen, trotz Abitur und der Möglichkeit ich könnte ja eigentlich auch was studieren.

00:15:26: Abgesehen davon ist das heute gar nicht mehr so relevant für mich weil ein Handwerksmeister verdient genauso viel wie immer deren Studium abgeschlossen hat.

00:15:36: Du hast es gerade schon gesagt Richtung neue Technologien KI.

00:15:41: Wie schafft ihr es in euren Filmen?

00:15:43: die alte Tradition beizubewahren und gleichzeitig auch die neuen Technologien zu zeigen.

00:15:50: Beziehungsweise gibt es ein Filter, das ihr davor bei den Handwerksbetrieben anruft und fragt wie viel ist noch traditionell?

00:15:56: Wie viel ist modern?

00:15:57: Nee wir nähern uns dem ganzen Jahr nicht mehr über den Beruf als solches sondern nur über das einzelne Stück.

00:16:04: Das heißt also ganz am Anfang haben wir halt mal einen Tischler gemacht und dann war der Tischler für uns gestorben.

00:16:11: aber irgendwann haben wir gemerkt Es gibt halt nicht unendlich viele Handwerksberufe.

00:16:15: Also haben wir den Tisch noch mal geholt, nicht den gleichen.

00:16:18: Sondern was anderes gemacht.

00:16:19: und das ist auch genau das Erfolgskonzept ist auch wichtig.

00:16:23: Wie schaffen wir es das in die Moderne zu führen beziehungsweise die moderne mit ins Handwerk aufzunehmen oder unsere Filme aufzunehmen?

00:16:31: Das ist einfach selbstverständlich!

00:16:33: Was wir machen ist ja erklären wie etwas entsteht und das entsteht entweder mit Maschinen oder von Hand, oder mit einer Mischung aus Beide.

00:16:45: Und bisher haben wir es eigentlich immer noch so hingekriegt auch in der Wahrnehmung des Publikums an, dass die Menschen verstanden haben, dass das dazugehört.

00:16:57: Es gibt natürlich auch viele ... Oder einige, die wünschen sich mehr altes Handel.

00:17:01: Vielleicht auch ein bisschen das, was wir vorhin beim Glasblasen gesehen haben.

00:17:05: Aber meine Regel Oder unsere Regel ist eigentlich der Mensch, den wir zeigen.

00:17:12: Egal ob Mann oder Frau und egal welches Handwerk muss mit dieser Arbeit und mit dem was er da tut heute noch sein Geld verdienen, seinen Lebensunterhalt beschreiten.

00:17:24: dann ist das relevant.

00:17:25: Das kann so museumsmäßig sein wie es will.

00:17:28: Also ich gebe mal gerne ein Beispiel.

00:17:29: Es gibt im Süden von Baden-Württemberg näher des Bodensees Ein Projekt das nennt sich Campus Gali Und da versucht man einen Klosterbau zu rekonstruieren mit den Mitteln des frühen Mittelalters.

00:17:42: Und alle, die da arbeiten sehen halt aus als optimal bei einem Rollenspiel auftreten weil sie haben diese alten Klamotten an, die haben die alten Werkzeuge das einzige Zugestände sind Sicherheitsschuhe auf mir sagen lassen und wir waren schon häufiger da weil ich es richtig finde dahin zu gehen denn diese Menschen tun etwas für unsere Gesellschaft in der Gegenwart.

00:18:05: Sie klären uns über etwas auf, sie machen transparent wie in der Vergangenheit gearbeitet wurde und sie verdienen ihr Geld damit.

00:18:11: Und da sind Handwerker die sehen zwar ulkig aus mit ihren Kunden aber die arbeiten wie ganz normale Handwerke und wie gesagt sie verdient ihr Geld dann auch relevant.

00:18:22: Die meisten die ihr trefft machen die würdest du das sagen über Generationen hinweg also dass sie da wirklich wie reingeboren werden.

00:18:31: Oder sind es auch viele, die das neu starten?

00:18:35: Viele Neustarten.

00:18:36: Glaub ich ganz sicher!

00:18:38: Bei bestimmten Berufen ohnehin... Also ich glaube, dass ist keine Neuigkeit, dass der Schreiner-Handwerk etwas für Abiturienten ist.

00:18:46: Aber eben auf eine bestimmte Art.

00:18:48: Also jemand, der sich heute bewusst entscheidet schreiner zu werden, macht das ja nicht weil er gerne in Massenproduktion Fenster herstellen will.

00:18:57: Aber auch das passiert.

00:18:59: Es ist vielleicht nicht für uns das interessanteste Thema, weil wir natürlich auch noch warten müssen, dass es die Leute interessiert und dass sie etwas lernen können daraus.

00:19:07: Und so eine maschinelle Produktion – auch wenn Sie aus monetären Gründen wichtig sind für das Schreinerhandwerk – das möchte aber nicht jeder, der in den Beruf einsteigt!

00:19:17: Aber diejenigen, die sich bewusst fürs Handwerk entscheiden, das sind heute oft auch Leute die gar keine handwerkliche Vergangenheit haben, also familiär Bedingungen.

00:19:27: Trotzdem sind natürlich viele, die ihre Betriebe übernehmen ja ganz klar auch die, die einen Meister machen oder eine Meisterin machen und so was.

00:19:39: Euer Format ich habe es eingangs schon gesagt ist sehr erfolgreich.

00:19:43: ihr habt über acht hunderttausend Abonnentinnen auf YouTube.

00:19:48: du hast schon gesagt dass vielleicht das auch an der Handwerkskunst liegt dass mehr Leute am Handwerk interessiert sind.

00:19:56: Aber woran glaubst du, liegt es noch?

00:19:59: Dass das Handwerk gerade wieder irgendwie einen Trend erlebt oder dass so viele Leute interessiert?

00:20:06: Ja, du kannst das ja im Netz auch beobachten!

00:20:08: Es gibt ja sowas wie diese Da-Wanda Bewegung... Das spricht vor allem Frauen an, habe ich den Eindruck.

00:20:15: Ich mache mal was selber und wenn es so etwas, das man früher handarbeiten kann ist umgekehrt genauso.

00:20:21: Es gibt unzählige Kanäle die sich inzwischen mit Schreinern oder anderen Dingen beschäftigen.

00:20:26: Es gib Tutorials.

00:20:27: Am Anfang hat man uns gesagt ihr macht so dreiviertelstündige Tutorial.

00:20:31: Ist ja super.

00:20:32: kein Wunder dass ihr erfolgreich seid.

00:20:34: Aber das ist nicht allein!

00:20:36: Wir hatten vor kurzem unser zehnjähriges Jubiläum und hatten mal zweihundert Leute aus der Community eingeladen.

00:20:43: Die kamen nach Mainz in die Handwerkskammer, das war ein erhebtes Erlebnis für mich!

00:20:48: Weil es war einfach unglaublich.

00:20:49: Einer kam aus Wien, der war extra angereist und junger Mann für uns... Und da hat man so mitbekommen was die Leute wirklich

00:20:57: daran

00:20:58: fasziniert und was sie eigentlich gut finden daran.

00:21:02: Und ich glaube, was letzten Endes dahinter steckt ist die Sinnhaftigkeit dessen, was man macht und wie man sein Leben verbringt.

00:21:11: Man erkennt, glaub' ich langsam das ein Leben lang – also wir sprechen ja jetzt von dreißigvierzig, fünfundvierzig Jahren am PC sitzen!

00:21:20: Ist nicht jedermanns oder jeder Frau's Sache.

00:21:24: aber dieses Arbeiten, dieses Unmittelbare, auch der Kampf mit dem Material Die Fähigkeiten, die man entwickelt und auch erlernt im Zusammenhang mit Handwerk.

00:21:37: Die auszuüben einzusetzen ist einfach befriedigend!

00:21:41: Das trifft sicher auch auf einem Banker zu oder auf einen Börsenbroker oder wie das heißt.

00:21:46: aber das ist eben nicht jedermanns und jeder Fraussache.

00:21:50: Du hast gerade gesagt Ein Auswahlkriterium bei euch ist auch dass die Betriebe die ihr zeigt auch mit ihrem Handwerk wirklich Geld machen.

00:21:58: Es ist ja so, dass zum Teil – ich lese jemand eine Zahl vor – im Jahr zwanzig zweiundzwanzig konnten in Handwerksprofen reinrechnen oder schundert- und zwanzichttausend achtundneinneunzig offene Stellen nicht besetzt werden.

00:22:09: Das ist eine Studie vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung.

00:22:13: Das heißt, Fachkräftigemangel ist ein Thema auch vielleicht im Handwerk.

00:22:17: nicht genug Geld zu verdienen oder die Sorge davor nicht Geld zu So Schattenseiten im Handwerk beziehungsweise, was sollte mehr gefördert werden?

00:22:28: Im Handwerk damit sich das ändert.

00:22:31: Ich weiß nicht ob ich da kompetent bin.

00:22:34: aus den Gesprächen die natürlich auch mit Handwerken führe weiß ich auch, dass der Fachkräftemangel auch ein bisschen damit zu tun hat.

00:22:43: Dass das Handwerk halt lange aus der Mode war und es kommt erst wieder.

00:22:47: Das andere ist sind die Grundvoraussetzungen, die man auch im Handwerk erfüllen muss – und zwar die, die über die Schulen vermittelt werden!

00:22:58: Also Lesenschreiben rechnen... also es gibt Handwerker oder Handwerksmeisterinnen oder Meister, die mir sagen wir finden einfach keine Lehrlinge oder keine Auszubildenden die die Berufsschule überleben würden.

00:23:09: Das finde ich schon sehr bedenklich, muss ich sagen.

00:23:11: Wir haben vorhin darüber gesprochen, dass das Handwerk wieder in Mode kommt.

00:23:15: Aber ob man das so spürt?

00:23:17: Das kann ich nicht sagen!

00:23:18: Also es ist sicher ein Sehnsuchtsziel für einige eine erfüllte Arbeit nachzugehen, die gerne auch draußen oder mit was Handwerklichem zu tun hat.

00:23:29: aber ob das jetzt den Fachkräftemann beseitigt hat also das war nicht zu offen

00:23:36: Hast du trotzdem das Gefühl, dass manchmal die Handwerker oder die Handwerkerin so ... wenn es um Wettbewerb geht.

00:23:43: Dass sie irgendwie euch danach noch was dazu sagen oder auch vor Ort dazu sagen, wie Sie es schaffen und mit den Industrien irgendwie mitzuhalten?

00:23:51: Oder legt da bei euch nicht der Fokus drauf aber ihr probiert eben zu zeigen, wie viel Arbeit dahinter steckt damit vielleicht jeder einzelne eine Wertschätzung dem Handwerk gegenüber macht.

00:24:04: Ja, das ist... auf jeden Fall eine der brennenden Absichten, die wir haben.

00:24:09: Die Wertschätzung für das Handwerk zu steigern.

00:24:11: und ich glaube wenn jemand eine ganze Folge gesehen hat dann weiß er wie viel Arbeit dahintersteckt und dass diese Arbeit eben auch in Deutschland gemacht wird und nicht in China oder in Bangladesch oder in Indien oder so wo vielleicht ganz andere Arbeitsbedingungen, ganz andere Lohnvorstellungen existieren.

00:24:31: Und dann muss man sich als Zuschauer auch mal fragen, wenn ich diese Arbeit machen würde.

00:24:36: Wie viel würde ich denn gerne dafür verlangen?

00:24:39: Wenn ich sehe wieviel Arbeit das ist, dann revidiere vielleicht meine Meinung über die Kostspieligkeit von Handwerk in Deutschland.

00:24:47: und ganz viele sagen auch, weil wir sagen hin- und wieder was das kostet in unseren Filmen nicht immer aber bei vielen Dingen sagen wir, was es kostet.

00:24:56: Oft erfahre ich dann dass die Menschen, die das kommentieren Boah, das hätte ich jetzt nicht gedacht.

00:25:03: Ich dachte es kostet mehr weil so viel Arbeit wenn man das normal hoch rechnet mit Mindestlohn dann zahlt er ja noch drauf.

00:25:10: Das funktioniert natürlich im Handwerk ein bisschen anders.

00:25:14: dass was wir zeigen sieht ja immer so aus als ob wer nur das macht in diesem Moment aber viele Dinge passieren parallel.

00:25:20: also da kann man schon auch von leben Aber ist sorgt dafür dass die Menschen über den Wert von Handwerk nachdenken und sich vielleicht auch irgendwann mal, wenn es nicht so knapp sitzt dafür entscheiden ein handwerklich in Deutschland gefertigtes Werkstück zu kaufen statt der Billigware.

00:25:39: Laut einer Studie können sich etwa neunundzwanzig Prozent der Befragten im Alter von sechzehn bis zwanzig Jahren eine Karriere im Handwerk vorstellen, also nahezu jeder Dritte.

00:25:49: Aber woran glaubst du liegt es?

00:25:50: Dass dann nicht jeder dritte dann doch das Handwerk ausübt?

00:25:54: Ich glaube dass wenn wir so etwas zeigen was wir gerade tun oder wenn wir darüber sprechen wie wir das jetzt tun können wir natürlich schon eine Menge erreichen zwar auch von Anfang an unsere Intention junger Leute fürs Handwerk zu begeistern Indem wir ihre Spannung abschöpfen, also das was wir ihnen zeigen soll sie ja bei der Stange halten.

00:26:14: Und

00:26:15: du liest dir auch selbst die Kommentare?

00:26:16: Was ich super spannend finde kommt da auch ab und zu ein Kommentar.

00:26:20: Ich habe mich jetzt für das Handwerk beworben oder dank euch mache ich das.

00:26:23: jetzt kriegt ihr das viel.

00:26:24: Ja ganz häufig.

00:26:26: sehr viele junge Leute schreiben auch mensch.

00:26:28: super dass ihr das jetzt gerade macht.

00:26:30: Ich wollte den Beruf eh lernen oder ich habe gerade angerollt.

00:26:34: Und jetzt zeigt ihr mir das und jetzt hab' ich es recht Lust, das zu

00:26:38: machen.".

00:26:39: Du hast es grad schon ganz stolz gesagt!

00:26:40: Ihr seid auch auf TikTok?

00:26:41: Ja, seid ihr auch erfolgreich auf

00:26:43: TikTok?!

00:26:44: Also wir sind wesentlich erfolgreicher als ich mir das hätte träumen lassen weil ich mich verstanden habe wie kann denn TikTok funktionieren wo wir doch Handwächskunst mal... Wie gesagt wir haben mit forty fünf Minuten Filmen angefangen in diesen nur so Hagelt von Langsamkeit, wenn man das über ... Das ist ein schräges Bild.

00:27:00: Tiktok funktioniert ganz anders.

00:27:02: Das weißt du besser als ich und es funktioniert trotzdem un ... Was witzig ist, wir profitieren unheimlich vom TikTok-Kanal weil wir die kurzen Stücke auch bei uns auf den YouTube-Kanal setzen.

00:27:16: Es gibt bei YouTube Shorts.

00:27:17: Und das sind im Augenblick tatsächlich so kleine Angelroten für uns Weil da erreichen wir die jüngeren Leute, die vielleicht gerne mal so mit einem Wischer sich durchs Netz arbeiten und die bleiben dann da hängen.

00:27:41: Jetzt mal Zuhörerinnen das erklären willst, sucht ihr die Menschen aus.

00:27:45: Also wie fangt ihr an?

00:27:46: Für dich ist es normal, wie du Protagonisten suchst.

00:27:49: aber wenn du jetzt mal die Zuhürerinnen und Zuhören mitnehmen willst, googelt ihr da im Team einfach was es für Betriebe gibt.

00:27:55: wo guckt ihr da?

00:27:56: welche Kriterien gibt es, welche Werte müssen sie vielleicht auf die Betrieber vertreten?

00:28:01: Wie macht ihr das?

00:28:02: Na ja gut wir fangen immer beim Endprodukt an.

00:28:06: Wir fragen uns, wir sehen uns um und fragen uns was interessiert uns.

00:28:10: Wovon würden wir gerne wissen wie es hergestellt wird oder wie wird das überhaupt hergestellt?

00:28:15: Zum Beispiel das Glas was vor mir steht und dann geht das weiter.

00:28:19: Dann müssen wir erstmal jemanden finden der sowas macht.

00:28:24: früher war das für mich als bin beim SWR.

00:28:27: Das ist halt in südwestdeutschland.

00:28:29: Für diejenigen die jetzt vielleicht von wo anders zu hören Wir waren festgelegt auf das Sendegebiet,

00:28:34: d.h.,

00:28:34: die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

00:28:38: Das haben wir jetzt zehn Jahre gemacht.

00:28:39: Langsam gehen uns die Betriebe aus.

00:28:43: Man kann nicht weltweit suchen, aber wir versuchen auch Deutschland weit zu agieren.

00:28:48: Aber das ist der erste Schritt.

00:28:50: Was wollen wir machen?

00:28:50: Dann wo können wir das machen?

00:28:52: Und dann merken wir sehr schnell eigentlich schon beim ersten Telefon naht wie tickt derjenige oder diejenige mit dem wir sprechen.

00:29:02: Also heutzutage ist es leicht, weil viele uns schon kennen.

00:29:06: Viele Handwerksbetriebe kennen uns.

00:29:08: aber als das noch nicht so war, war das etwas schwieriger und man musste den Leuten ja auch erklären was auf sie zukommt.

00:29:16: Und wenn man dann zum Beispiel die Frage stellt wie lange dauert das?

00:29:18: Wenn Sie ein paar Gläser machen Ja gut, das kann ich in einer halben Stunde oder so.

00:29:24: Dann weiß ich als Fernsehschaffender, dass sich dafür dreimal so lange brauche weil ich natürlich immer wieder neu ansetzen muss und so.

00:29:30: Das muss ich denen erklären und muss ihnen beibringen.

00:29:34: Es ist Ihnen aber schon klar, dass wir einen ganzen Tag... Also wir sind sechs Tage bei den Leuten.

00:29:40: Wir haben sechs Drehtage für eine Folge bei ihnen sind und es muss auch dann trotzdem laufen.

00:29:46: Aber das ist ja nicht das Kriterium nachdem wir sie auswählen.

00:29:51: intuitiv, impulsiv einfach die Emotion, die rüberkommt wo ich dann ahne dass das funktionieren kann.

00:30:01: Es kann immer noch schief gehen aber so richtig schief gegangen ist es eigentlich noch nie denn dafür sind wir einfach.

00:30:07: also ich glaube da muss jetzt auch mal mit den ganzen Autorinnen und Autoren loben die dieses Format so wunderbar verstanden haben als auch vermitteln können ihren Repartnern Und ich hab's noch nie erlebt, dass ich später mal irgendwann bei einem Betrieb angerufen habe oder in einer Werkstatt angerufen haben.

00:30:24: Und die gesagt haben um Gottes Willen beim Sinn der Bloße weg das war ja schrecklich mit denen da ne?

00:30:28: Nee es ist im Umgekehrt ganz anders!

00:30:32: Also ein Betrieb wenn ich das ausführen darf eine Schreinerei im Westerwald Die vor allem Möbel also wirklich Designer-Möbel machen und dann hatten wir besagten Tisch gedreht und Ich rief den Seniorchef an Weil ich wissen wollte, ob die nicht mal wieder was Schönes für uns haben.

00:30:50: Also wo man wirklich mal eine schöne Handwerkskonstruz machen können.

00:30:53: und wir haben lange geredet und er sagte mir auch Mensch das ist toll dass sie anrufen Das ist ja jetzt schon mindestens fünf oder sechs Jahre her aber es geht kein Tag an dem wir nicht darauf angesprochen werden von irgendwelchen Kunden.

00:31:04: Und dann ist es ja auch so.

00:31:06: der Leander mit dem Sie das damals gedreht haben Der verdankt ihn sogar seine Familie und ich habe natürlich gefordert wie es verdammt ist seine Familie.

00:31:16: Und er sagte, ja das war so.

00:31:19: An dem Tag, als es ausgestrahlt wurde im Fernsehen, im linearen Fernsehen da hat sich eine junge Frau ist Dante Pede in den Leander verliebt und sie hat dann sich bei uns gemeldet um eine Lehrstelle beworben Und die hat sie dann auch gekriegt und den leeren da auch.

00:31:37: Inzwischen haben sie zwei Kinder, also das stimmt ja alles.

00:31:42: Es gibt so nette Geschichten.

00:31:43: Ja klar!

00:31:44: Die vielleicht auch ein bisschen erklären wie unsere Protagonisten funktionieren?

00:31:49: Die aber ein bisschen erklären wie die Zusammenarbeit zwischen Protagonistinnen und uns anderen Handwerkern vom Fernsehen funktioniert.

00:31:58: Wenn du als Räuf einfach einen Blick wachst, wo siehst du Handwerk in der Zukunft?

00:32:02: Du hast schon gesagt, du siehst KI das Handwerk nicht ersetzen.

00:32:05: Aber wenn du einfach mal wohnglaubst, du würdest weiterhin gehen.

00:32:09: Also klar wird die KI viele Berufe ersetzen aber das sind nicht unbedingt vorrangig die Handwerksberufe.

00:32:16: auch da wird es eine Rolle spielen ganz bestimmt.

00:32:19: Wie sieht die Zukunft aus?

00:32:20: Ich weiß es nicht.

00:32:22: Ich kann es dir nicht sagen, ich bin immer überrascht was auch in unserem Berufsleben oder meinem Berufsleben jetzt professionell beim Fernsehen seit Anfang der neunziger Jahre das etwas ich an Innovation damit bekommen habe.

00:32:39: also ich sage mal als ich anfing hatten die Leute noch eine mechanische Schreibmaschine im Tisch stehen Und heute haben wir ein Smartphone in der Tasche, das ersetzt nicht nur die Schreibmaschine sondern eigentlich alles was wir anwissen und Fähigkeiten besitzen.

00:32:53: Das ist im Handwerk nicht so stark zu spüren.

00:32:57: Das Handwerk ist auch modern und innovativ Und es hat auch viele Maschinen in den letzten fünfzig Jahren gegeben, die neu sind.

00:33:04: Aber man sieht auch und das ist das Schöne finde ich am Handwerk und glaube ich auch für unser Publikum und für die ganzen Zuschauern und Zuschauer zu sehen dass Handwerk auch schon vor hundert und zweihundert Jahren funktioniert hat.

00:33:17: Und dass viele sich genau das aussuchen und das gerne hätten!

00:33:22: Es hat beides seine Relevanz aber die Einsicht dass das alte Handwerk eigentlich nicht nur die Basis dessen ist, was wir heute und auch in Zukunft sehen werden.

00:33:33: Sondern dass auch dieses alte Handwerk in Zukunft bestehen kann.

00:33:37: das finde ich selbst faszinierend und es würde mir wünschen, dass das auch so bleibt oder vielleicht sogar stärker wieder wird.

00:33:44: Dass einige alte Berufe vielleicht wieder mehr in den Fokus rücken

00:33:52: Gibt es irgendwelche, das wirst du wahrscheinlich oft gefragt.

00:33:55: Aber gibt es eine Geschichte wo du vielleicht danach gedacht hast ach das Handwerk hätte ich auch gerne gelernt oder die Geschichte hatte ich neben dem Paar was jetzt Kinder hat in den Betrieb wirklich berührt?

00:34:07: Also es gibt natürlich unheimlich viele menschelnde Geschichten die man kennen lernt über unsere Community.

00:34:13: also die Eheschließung und die Familiengründung ist eines davon aber wir haben das auch im umgekehrten Fall.

00:34:18: ein früher Film war über einen Messerschmied, der so damals Stahl produziert hat und damit ein Jagdmesser hergestellt hat.

00:34:29: Und dieser Messerschmid war ein junger Mann, der damals in Ludwigshafen mit einem sehr großen Betrieb arbeitete – ich muss jetzt nicht sagen für welchen – und der mit Messerschmeden beruflich gar nichts zu tun hatte.

00:34:41: als er seinen Film sah!

00:34:44: Und auch die Reaktionen bekommen hat er sich, glaub ich selbstständig gemacht und hat dann Messer produziert.

00:34:50: Das Dumme war nur auch die ... Also beim SWR, die Abendschau, die Landesschau hatte ihn da noch mal besucht weil einer dieser Quotenkönige war bei uns.

00:34:58: also der hatte ganz viele Klicks und er war unglaublich zufrieden.

00:35:02: leider ist er wenige Jahre danach gestorben.

00:35:05: ganz plötzlich glaube ich vermute einem Herz entfagt und Die Familie wandte sich an uns ob wir den Film rausnehmen können aus dem Netz Weil jeden Tag Leute anriefen, die im Messer haben wollten.

00:35:17: Und das ist natürlich klar ... Das kann man nachvollziehen.

00:35:20: Ein Trauerhaushalt möchte nicht jedes Mal ... Nein!

00:35:22: ... wild fremden Leuten erklären, dass es jetzt keine Messer mehr gibt?

00:35:26: Wir haben das gemacht.

00:35:27: Es gab interessanterweise dann sofort Nachfragen, wo der Film geblieben ist und dann verstrichene Zeit.

00:35:34: Ich glaub ein oder zwei Jahre.

00:35:36: Und wir machten einen Film über einen Steinnetz.

00:35:43: Was machen wir mit dem Steinmetz?

00:35:44: Na ja, machen wir mal.

00:35:46: Was wir noch nie hatten war ein Grabstein und jetzt weiß man schon was kommt.

00:35:50: Wir haben den Steinmetze gefragt wie sieht es denn aus?

00:35:52: können wir das mal bei ihnen drehen oder so.

00:35:54: Ja klar super könnt ihr gerne machen!

00:35:56: Es gibt nur einem Problem Man sieht ja für wen diese Grabsteine sind.

00:36:01: also ich meistel auf die Schrift da oder Namen da ein.

00:36:04: aber Ich fragt die Leute Und er hat am nächsten Tag angerufen gesagt Er hat einen und Das war Die Frau von dem Messerschmied Ein komischer Zufall, die bei ihm einen Grab mal für ihren Mann in Auftrag gegeben hat.

00:36:16: Und diese Familie, also die Frau und der Sohn sind auch noch in der Folge aufgetreten... Das fand ich rührend.

00:36:24: Nein!

00:36:24: Die haben keinen Hackmack da drum

00:36:25: gehabt.

00:36:26: Wir haben das nicht gesagt.

00:36:27: Ihr habt einfach ein Grabstein-Hersteller unabhängig angefragt?

00:36:32: Ja.

00:36:33: Und dann war es genau die Firma, die für die Familie den Grabstein hat herstellen lassen wollen.

00:36:39: Und dann kam das Feedback von denen zurück, was diese

00:36:41: ... Naja und es ging noch weiter.

00:36:43: Als wir den Film dann gezeigt haben, haben einige Leute drunter geschrieben, sag mal!

00:36:48: Das war doch der Messerschmuck, den wir vor drei oder zwei Jahren bewundert haben.

00:36:54: Ja.

00:36:54: Und das fand ich schon... Dann hat man das Gefühl, dass ist nicht nur eine Community, also das is ne Handwerksfamilie die wir da haben, äh, die Wirklichkeit,

00:37:03: die wir kennengelernt

00:37:05: haben.

00:37:10: Am Ende unseres Podcast bitten wir immer unseren Gast, eine Handlungsempfehlung den Hörern und Höreren mitzugeben.

00:37:19: In unserem Fall oder deinem Fall ist es jetzt was würdest du den Menschen empfehlen um aktiv zur positiven Zukunft des Handwerks mit beizutragen?

00:37:28: Also was können sie machen um das Handwerk vielleicht zu fördern?

00:37:32: Ganz

00:37:33: einfach Wertschätzung!

00:37:34: Das was wir mit den Filmen versuchen.

00:37:38: Wenn man diese Filme konsumiert, glaube ich, dass man lernt das Handwerk wertzuschätzen.

00:37:44: Und das sagt ja das Wort auch!

00:37:47: Man erkennt den Wert, den das hat und dann ist man auch eher bereit diesen Wert eben zu entrichten oder zu bezahlen.

00:37:57: Wenn die Leute jetzt richtig heiß aufs Handwerk sind und auch die Handwerkskunst verfolgen wollen, sag uns kurz wo sie euch sehen können.

00:38:07: Natürlich immer Sonntags um achtzehn Uhr fünfzehn im SWR Fernsehen.

00:38:12: Sie können uns natürlich – und es werden die meisten sein – auf YouTube sehen können, wo wir einen eigenen SWR-Handwerks-Kunstkanal haben.

00:38:21: Wir haben das weiteren einen TikTok Kanal der übrigens Anfangs mal German-Handwerkskunst hieß, weil wir dachten es sei total cool und es würde unheimlich viele Leute reinziehen.

00:38:30: Wir haben inzwischen das German gestrichen und einfach Handwerkskunst draus gemacht, weil es gar nichts bringt!

00:38:37: Wir werden zwar auch im Ausland geguckt aber meistens von Menschen die auch Deutsch können und die müssen jetzt nicht mit German daran gezogen werden.

00:38:45: Ja vielen Dank Rolf dass du heute hier bei uns zu Gast warst.

00:38:48: ihr gehört euch die Handwerkskunft wie gesagt im SWR oder auf YouTube anschauen.

00:38:54: Bis zum nächsten Mal bei Fabrik Funk, einem Podcast der LWL und LVR Industriemuseen.

00:39:00: Macht's gut!

00:39:00: Tschüß!

00:39:02: Das war Fabrik Funk, ein gemeinsamer Podcast der VWL- und LWR Industriemuseum moderiert von Nadine Haddadt.

00:39:09: Sounds von Studierenden der FA Dortmund Sounddesign Redaktion Ellen Böhmler Sonja Faller Lena Holbein Konrad Gukowski.